Psychologische Praxisgemeinschaft
Wensky

Begabungs- und HochbegabtenFörderung


Diagnostik

Grundlage für unser Konzept einer Begabungs- und Hochbegabtenförderung ist die Feststellung der Begabungshöhe und der Begabungsschwerpunkte. Dies geschieht mit Intelligenz- und/oder Schulleistungstests – je nach Fragestellung unserer Klienten. Dazu ist eine ausführliche Anamnese der Vorgeschichte erforderlich.

Die Hochbegabtenforschung zeigt, dass die Umsetzung von Begabung in entsprechende Leistung und die Entwicklung latenter Begabungspotenziale stark von selbstregulatorischen Kompetenzen abhängig sind. Beispiele für solche Kompetenzen sind Planungsfähigkeit, Strategien zur Problemlösung, Stressbewältigung, Selbstmotivierung, Verwertung von Rückmeldungen u. v. m., wie sie auch im Münchner Begabungsmodell von Heller, Perleth und Hany als „nicht-kognitive Persönlichkeitsfaktoren“ beschrieben werden.

Zur Analyse dieser individuell sehr verschiedenen ‚selbstregulatorischen Kompetenzen’ setzen wir die von dem Motivationsforscher Prof. Julius Kuhl aus Osnabrück entwickelte EOS-Potentialanalyse ein. Sie bildet die Grundlage für ein gezieltes EntwicklungsOrientiertes Selbstmanagement.

Individuelle und kollektive Leistungen entstehen nach Kuhl im „Handlungskreis von Zielbildung, Planung, Durchführung und Erfolgskontrolle“. Die Selbststeuerung entscheidet, wie ein Mensch innerhalb dieses Handlungskreises agiert. Sie koordiniert die zugrunde liegenden Bedürfnisse nach Macht, Leistung oder Beziehungen mit den Grundstimmungen und den kognitiven Stilen, wenn es z. B. um die Polarität zwischen ‚ganzheitlichem Fühlen’ oder ‚analytischem Denken’ geht im Hinblick auf die Bewältigung einer aktuellen Aufgabe.

Nach dem systemtheoretischen Ansatz von Kuhl bedarf es einer hinreichenden Ausprägung ausgewählter Merkmale des SelbstSteuerungs-Inventars, um auf Belastung und Bedrohung „erfolgreich“ antworten zu können. D. h. erst das Verhalten in kritischen Situationen ergibt Aussagen über grundlegende Handlungskompetenzen eines Menschen.

Tests und Potentialanalyse zusammen geben eine genaue Auskunft über die Höhe und die Ausprägung der Intelligenz, über das Vorhandensein einer speziellen Begabung oder einer Hochbegabung sowie darüber, welche selbstregulatorischen Fähigkeiten zur Verfügung stehen oder noch entwickelt werden müssen.

Hochbegabte SchülerInnen verfügen, wenn sie ihre Begabung in entsprechende Leistung umsetzen, über ein hohes Maß an Selbststeuerungskompetenzen. SchülerInnen, die unter ihren Leistungsmöglichkeiten bleiben, sog. Underachiever, zeichnen sich hingegen genau in diesen Kompetenzen durch einen geringeren Ausprägungsgrad aus. Bei ihnen wird häufig deutlich, dass negative Schulerfahrungen sowie kritische Lebensereignisse wie Scheidung der Eltern oder der Tod eines Familienmitglieds hemmend auf die Selbststeuerung einwirken.

Das dynamische prozessorientierte Persönlichkeitsmodell von Kuhl macht deutlich, wie diese selbstregulatorischen Kompetenzen – auch zu verstehen als Schlüsselqualifikationen - trainiert werden können, damit nicht nur unter günstigen situativen Bedingungen, sondern auch bei Vorliegen erschwerender sozialer Faktoren Begabung in Leistung umgesetzt werden kann.

Dieser Prozess wird sehr unterstützt, wenn gleichzeitig das Familiensystem in den Blick kommt und die Eltern Handlungsweisen entwickeln, die ihre Kinder nachhaltig fördern.

Beratung und Training

Nach dem ausführlichen Anamnesegespräch legen wir gemeinsam mit unseren Klienten das Vorgehen fest.

Ist das Intelligenzniveau nicht bereits an anderer Stelle in hinreichender Genauigkeit festgestellt worden, wird ein ausführlicher Intelligenz-Test empfohlen. Bei einem Verdacht auf schwerwiegende seelische Probleme werden projektive Testverfahren - wie der TAT – eingesetzt.

Die spezielle Ausprägung einer Begabung oder Hochbegabung wird anhand von aktuellen Testverfahren untersucht, die von der Forschung ständig neu erarbeitet und angeboten werden.

Unsere spezielle Arbeitsgrundlage ist die EOS-Potentialanalyse (s. auch die gleichnamige Wikipedia-Seite). Dieses Verfahren zur Erfassung der Selbstregulation arbeitet in mehreren Schritten:

·   Zunächst erhält unser Klient eine Code-Nummer, mit der er auf seinem heimischen Computer online das Verfahren durchführen kann. Das Programm stellt eine Reihe von Fragen und Aufgaben, die der Klient beantworten, bzw. bearbeiten soll.

·   Die Antworten werden von der Firma Impart, einem Institut an der Universität Osnabrück, quantitativ ausgewertet.

·   Wenn uns die Ergebnisse dann vorliegen, folgt ein ausführliches Auswertungsgespräch und die Planung des weiteren Vorgehens.

Ein solches Auswertungsgespräch erfolgt auch bei der Intelligenz- und Begabungsdiagnostik. Anschließend entwickeln wir zusammen mit unseren Klienten auf der so gesicherten Grundlage Maßnahmen, wie mit der vorhandenen Begabungsstruktur umgegangen werden kann und wie die Fähigkeiten des Kindes, des Jugendlichen oder des erwachsenen Klienten gefördert bzw. weiter entwickelt werden können.

Zur Person:

Dr. Gudrun Schulz-Wensky ist Schulpsychologin und Psychotherapeutin. Sie arbeitet seit mehreren Jahren intensiv auf dem Gebiet der Begabungsforschung und leitete jahrelang ein Projekt zur Begabungsförderung an der Gesamtschule Köln-Holweide. Zudem war sie Mitglied der Moderatorengruppe ‚Begabtenförderung der Bezirksregierung Köln’.

Wolf-Dieter Wensky ist freiberuflicher Psychologe und Kunsthistoriker. Er hat als Schwerpunkt Begabungs- und Intelligenzdiagnostik. Er arbeitete mehrere Jahre lang in der Erziehungsberatung, war Dozent bei der ASG in Düsseldorf und hatte einen Lehrauftrag an der Kunstakademie Düsseldorf.

Wegbeschreibung:

Unsere Praxis liegt in direkter Nähe zum Rhein und zur Mülheimer Brücke, der nördlichsten Brücke Kölns. Die nächste Straßenbahn-, bzw. U-Bahn-Haltestelle ist die Wiener Platz. Von dort aus geht man entlang der Mülheimer Brücke Richtung Rhein.

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